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Für das Überwintern gibt es ein paar einfache Regeln, werden diese befolgt, springt die Maschine auch im nächsten Frühjahr wieder an und macht keine Probleme.


Einmotten Bearbeiten

ReifenBearbeiten

Der Reifendruck sollten jeweils 0,25 - 0,5 bar über dem im Handbuch festgelegten Wert liegen, dazu sollte die Maschine auf den Hauptständer gestellt oder mit entsprechenden Halterungen vom Boden gehoben werden, damit sich die Reifen nicht platt stehen. In frostgefährdeten Bereichen wird empfohlen, die Reifen auf ein Holzbrett zu stellen, um Bodenfrost vom Gummi fernzuhalten.

TankBearbeiten

Bei Stahltanks wird nach der letzten Fahrt der Tank bis zum Rand mit Benzin befüllt. Durch Temperaturschwankungen kann es im Tankinneren, in der Luftblase, zu Kondenswasserbildung kommen; das Wasser setzt sich dann am Tankboden ab und kann dort zu Korrossionsschäden führen. Je kleiner die Luftblase, desto geringer die Fläche, an der sich Kondenswasser bilden kann.

Kunststofftanks sollten bei längerer Standzeit entleert werden.

Vergaser und KraftstoffBearbeiten

Im Zuge des Alterungsprozesses von Kraftstoffen scheiden sich einige darin enthaltene Additive wieder ab und es besteht die Gefahr, daß sich diese in den feinen Kanälen und Bohrungen des Vergasers niederschlagen und diese verstopfen. Bei erneutem Kontakt mit Kraftstoff lösen sich die Additive jedoch nicht wieder.

An den meisten  Vergasern gibt es daher eine Ablaßschraube, um das Benzin aus den Schwimmerkammern abzulassen. Somit wird dem Verharzen des Vergasers vorgebeugt, welches nach dem Winter zu Problemen führen kann. Alternativ kann man das Benzin aus den Schwimmerkammern ablassen, indem man den Motor so lange bei geschlossenem Benzinhahn laufen lässt, bis er ausgeht. Wer ein Motorrad mit Einspritzung hat kann sich diesen Schritt sparen.

Der Zubehörhandel bietet Additive an, die dem Zersetzen des Kraftstoffs entgegenwirken. Die Notwendigkeit und Wirksamkeit dieser Additive ist allerdings umstritten. Laut Auskunft eines Kraftstoffherstellers (Quelle: Aral) ist bei einer Standzeit von wenigen Wochen bis Monaten keine Zugabe von Additiven erforderlich, eine Garantie hierfür wird jedoch nicht übernommen. Den relativ geringen Kosten des Additives stünden jedoch gegebenenfalls die hohen Folgekosten einer Vergaserüberholung und einer Tanksanierung gegenüber.

Batterie Bearbeiten

Die Batterie sollte aus dem Motorrad entfernt und an einen kühlen und trockenen Ort abgestellt werden (Keller, etc.). Denkt bitte beim Ausbau daran, wegen der Kurzschlußgefahr zuerst den Minuspol abzuschrauben!

Trotz des Ausbaus verliert die Batterie jedoch an Ladung, was zur Folge hat das pro Tag etwa 1% der Ladekapazität verfliegt. Dem wirkt man entgegen, wenn man die Batterie mit einem speziell dafür vorgesehenen(!) Ladegerät alle paar Wochen voll lädt oder noch besser an ein Erhaltungsladegerät anschließt.

Der Zubehörhandel bietet spezielle Ladegeräte für Motorradbatterien an. Einige dieser Geräte können dauerhaft angeschlossen bleiben, überwachen permanent die angeschlossene Batterie und berücksichtigen beim Ladestrom sogar deren "Bauart" (Standard, wartungsfrei/Blei-Gel/MF) aktuellen Zustand und Alter. Als Beispiele für so ein Ladegerät - ohne hiermit dafür Werbung machen zu wollen - seien das Optimate III und IV, der Saito Procharger oder das Cetek genannt. Für diese Modelle gibt es auch spritzwassergeschützte Anschlußkabel, die permanent an der Batterie verbleiben. Wartungsfreie Batterien können somit ständig eingebaut bleiben, was besonders bei unzugänglichen Batterien von Vorteil ist.

Bitte denkt daran die passenden Geräte für eure Batterie zu verwenden und es nur in gut belüfteten Räumen zu machen, denn beim Laden der Batterie kann es zur Bildung von hochexplosivem Knallgas und zur Bildung von Säuredämpfen kommen! Auch solltet ihr darauf achten, dass das Ladegerät einen Überspannungsschutz hat und die Batterie nicht mit zuviel A lädt. Als Faustregel gilt: Nennkapazität/20=Ladestrom, bei 16Ah also 0,8 A.


Bei Batterien mit Entlüftungsöffnung (nicht-wartungsfreie Batterien) sollte man einen Schlauch an das Entlüftungsrohr anschließen und diesen in ein Glas möglichst kalkhaltigen Wassers leiten. Die sich beim Laden der Batterie bildenden Säuredämpfe werden dadurch gebunden und neutralisiert und können somit keinen Schaden anrichten. Um das Wasser mit Kalk anzureichern verwendet man Kalkgranulat aus der Apotheke oder Kalkpulver aus dem Gartencenter (Gartenkalk).

Sollte nach dem Laden der Säurestand abgesunken sein, wird die Differenz *ausschließlich* mit destilliertem Wasser (VE-Wasser) aufgefüllt, *niemals* mit Säure!



Kette - Lack - Sonstiges
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Vor dem Winterschlaf solltet ihr eure Kette nochmal längen und schön einfetten/einölen, der Maschine eine letzte Politur verpassen und sie an einem trockenen Ort abstellen. Am besten eignen sich dafür natürlich Garagen o.Ä..

Inbetriebnahme Bearbeiten

Nach dem Überwintern der Maschine wird sie wieder in Betrieb genommen.

Tank / VergaserBearbeiten

Nachdem im Vorjahr der Vergaser geleert und die Tankzufuhr geschlossen wurde, wird nun der Vergaser mit frischem Bezin geflutet. Dazu stellt ihr den Bezinhahn auf PRI, nach etwa 1-2min sollte der Vergaser nun vollgelaufen sein und ihr könnt der Hahn auf ON zurückstellen.

Nun sollte die Maschine ohne große Probleme wieder anspringen.


Sonstige TippsBearbeiten

Es herrschen unterschiedliche Ansichten über das Überwintern von Motorrädern.

  • Sitzbank mit Lederfett einreiben
  • Eine Plastiktüte um den Auspuff legen damit dieser nicht verrostet.
  • Zündkerzen entfernen und in jeden Zylinder etwas Öl (etwa 1EL) zu geben, danach das Hinterrad mit eingelegtem (möglichst hohem) Gang drehen damit sich das Öl verteilt und die Brennräume vor Rost schützt sind (umstritten - im Motor rostet nichts).

Das Einreiben des Sitzbezuges mit Lederfett ist natürlich nur bei bei Lederbezug sinnvoll, ansonsten sollte eher eine entsprechende Kunststoffpflege eingesetzt werden. Ist eine extreme Kälte zu erwarten, kann auch ein Kunststoffsitzbezug beschichtet werden um einem Kältebruch vorzubeugen. Hierzu sollte dann eine dicke Schicht wasserfreier Fettcreme verwendet werden. Idealer wäre allerdings das Ausbauen der Sitzbank und Überwintern in einem geschützen Bereich.

Das Umwickeln des Auspuffs mit einer Plastiktüte sollte unterbleiben, da infolge der Kapilarwirkung und/oder Dampf- und Kondenswasserbildung die Rostbildung eher gefördert als verhindert wird. Wirksamer wäre ein Korrossionsschutz aus Öl, Fett oder Wachs. Als Abdeckung in einem Innenraum (Garage, Scheune) soll ein atmender Bezug gewählt werden (ideal: Baumwolle, Leinen). Als low-cost-Lösung bietet sich z.B. ein Bettlaken an.


Bei längeren Standzeiten in korrossionsfördernder Umgebung - Gefahr von salzwassergischt oder -dampf - können stark rostanfällige Bremsscheiben vor dem Abstellen entweder mit Wachsspray eingesprüht oder mit einem Ölfilm versehen werden (abreiben, einsprühen). Die Bremsbeläge müssen jedoch unbedingt vorher ausgebaut werden und dürfen weder mit dem Wachs noch mit dem Ölfilm in Kontakt kommen. Vor der Wiederinbetriebnahme ist sicherzustellen, daß die Bremsscheiben penibel entwachst bzw. entfettet werden! Bei gelochten Bremsscheiben ist besonders sorgfältig darauf zu achten, daß an den Innenwänden der Lochung keine Rückstände verbleiben.


Für den Außenbereich sollte eine Abdeckung gewählt werden die außen wasserabweisend ist, innen jedoch eine "saugende" Beschichtung aus Stoff aufweist. Ziel ist es einerseits, Kratzer zu vermeiden, die durch den im Vergleich zum Lack harten Kunststoff (oftmals PVC) entstehen können. Andererseits soll aber auch Kondenswasser- und Dampfbildung verhindert bzw. vom Fahrzeug ferngehalten werden. Zur Not kann zwischen Plane und Fahrzeug ein Bettlaken gelegt werden.

Problematisch sind nicht die Phasen mit konstant niedrigen Temperaturen unter Null, da hier die Luftfeuchte sehr gering ist und chemische Prozesse verlangsamt ablaufen. Zu vermeiden sind vielmehr Temperaturschwankungen, vor allem wenn diese zwischen Plus- und Minusgraden verlaufen (Sonneneinstrahlung beachten!).

Für besonders wertvolle Fahrzeuge gibt es dicht verschließbare Hüllen, die im Innern eine korrossionsverhindernde Schutzatmosphäre aufbauen.

Das Zugeben einer geringen Menge Öls (Motoröl, Ballistol, WD 40, Caramba. etc.) in den Brennraum ist sinnvoll, da auch im Motorinneren durch Kondenswasserbildung und Brennrückstände eine Korrosion stattfinden kann. Auch kann das Festwerden der Kolbenringe verhindert werden. Das Einsprühen des Öls ist dem Einfüllen vorzuziehen, da durch den Sprühnebel auch die Stellen erreicht werden, die der Kolbenhub nicht erfaßt.


Sinnvoll ist es auf alle Fälle, das Fahrzeug vor längeren Standzeiten mit einem milden, evtl. sogar pflegewachshaltigem Waschmittel gut zu waschen und mit reichlich sauberem Wasser abzuspülen. Dies soll bewirken, daß Schmutzreste, die z.B. durch Abgasrückstände aus der Luft oxidativ sein können, weggespült werden und sich eine Schutzschicht aufbaut. Falls möglich, soll das Fahrzeug anschließend nochmals sehr gut warmgefahren werden (z.B. 50 km oder mehr), damit Feuchtenester trocknen und Kondenswasser- und Kraftstoffrückstände aus dem Öl entweichen. Empfohlen wird auch, das Motoröl und den Filter *vor* der Standpause zu wechseln. Das Anlassen des Motors während der Ruhepause sollte möglichst vermieden werden. Falls es unbedingt erforderlich ist, sollte der Motor sehr gut warmlaufen (bei wassergekühlten Motoren z.B. bis Anlaufen des Lüfters).

Siehe auchBearbeiten

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