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Anfänger

Aus Motorrad-Wiki

In der Motorradindustrie wird oft über Nachwuchsmangel geklagt. Am Bikertreff ist der Altersdurchschnitt oft deutlich über 30 und entsprechend plagen die Industrie Zukunftsängste da die aktuelle Zielgruppe irgendwann mit dem Fahren aufhört. Neueinsteiger finden sich im unübersichtlichen Gestrüpp aus Führerscheinklassen, Zulassungsbestimmungen, Marketing-Blabla, Fahrzeugsparten, Vorurteilen und jeder Menge Halbwissen von Vorgestern kaum zurecht. Hier also das wichtigste in Kürze.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Führerschein

Wer ab 16 auf einem Motorrad mobil sein will, muss zum Leichtkraftrad greifen. Dazu ist die Führerscheinklasse A1 nötig. Damit darf man bis zu 125 ccm fahren. Bis zum 18. Geburtstag gedrosselt auf 80 km/h. Weitere Vorteile: Die Probezeit ist dann mit 18 schon vorbei, wenn sie nicht wegen Verstößen gegen die StVO verlängert wurde. Dazu entfallen 6 von 12 Pflichtstunden für die Klasse A - der Führerschein Klasse A wird somit günstiger.

Ab dem 18. Geburtstag darf man mit Führerscheinklasse A alle Motorräder fahren, sofern sie auf 34 PS gedrosselt sind und das Leistungsgewicht von 0,16kW/kg unterschreiten. Letzteres ist bei fast allen 34 PS-Maschinen der Fall, die Ausnahme sind einige Modelle der Aprilia RS125. 34 PS-Drosseln werden für praktisch alle Motorräder angeboten. Um Geld zu sparen macht man am besten gleichzeitig den PKW-Führerschein (Klasse B). Mit 34 PS ist man bereits sehr gut motorisiert. Nach zwei Jahren Besitz des Führerscheins A darf man automatisch alle Maschinen fahren. Ist man zum Zeitpunkt der Prüfung bereits 25 Jahre alt, darf man direkt alle Maschinen offen fahren (Direkteinstieg).

[Bearbeiten] Fahrschule

Auch bei bestehendem PKW-Schein muss eine neue Theorieprüfung abgelegt werden. Den A-Schein bekommt man mit 12 verpflichtenden Sonderstunden plus ein paar Übungsstunden. Die Gesamtkosten liegen je nach Region und Fahrschule um die 1000-1500 € inkl. aller Gebühren. Wer PKW- und Motorradschein gleichzeitig macht spart natürlich einiges - das geht nicht mehr, wenn man mit 17 schon den Führerschein B17 (PKW begleitet) macht.

Theorie kann man online kostenlos hier oder dort lernen.

[Bearbeiten] Anfängermotorräder

Keine Angst, langsam sind die alle nicht!


[Bearbeiten] Klasse A1

Leichtkrafträder der Klasse A1 (bis 125 ccm) haben maximal 15 PS und tun sich schon alleine deshalb nicht viel bei den Fahrleistungen. Die Drosselung auf 80 km/h bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres tut ihr übriges, Leistungsunterschiede weitgehend auszugleichen. Motorräder mit Vollverkleidung leiden bei Stürzen naturgemäß am meisten. Ansonsten kann man bei der Modellwahl nach persönlichen Vorlieben und dem Geldbeutel entscheiden.

Bei der Entscheidung mit 16 zwischen Klasse M und A1 erscheint M zunächst günstiger. Wenn du aber mit 18 A machst, kommst du mit A1 insgesamt günstiger weg, da der Führerschein dann billiger wird. Außerdem hast mit 18 keine Probezeit mehr und konntest 2 Jahre lang legal 80 statt 45 km/h fahren - bei kaum höherem Benzinverbrauch. Dafür musstest du mit A1 in der Zeit einmal zum TÜV und die Versicherung ist bei A1 teurer. Natürlich darf man mit A1 auch 50er fahren (Klasse M).

Klasse A1:

[Bearbeiten] Klasse A

Typische günstige gebrauchte Anfängermaschinen sind die Suzuki GS500, die Honda NTV, Kawasaki ER5, Yamaha XJ600. Diese sind alle preislich gut zu erreichen (gebraucht oft deutlich unter 2.000 €), wartungsarm, pflegeleicht und einfach zu handhaben. Ab 2.000 € bekommt man eine Suzuki SV650. Ist eine Drosselung auf 25 kW (34 PS) nötig, fallen dafür bei allen Maschinen etwa 200 bis 300 € für Einbau und Abnahme durch TÜV/DEKRA an - und das gleiche für den Ausbau. Beim Kauf also berücksichtigen, ob nötige Drosseln schon vorhanden sind. Finger weg von Maschinen, die nur auf dem Papier gedrosselt sind! Auch der Zustand der Reifen ist ein wesentlicher Kostenfaktor.

Wer den Direkteinstieg ab 25 Jahren aufwärts gemacht hat oder Wiedereinsteiger ist, hat naturgemäß eine wesentlich größere Auswahl an potenziell in Frage kommenden Motorrädern, da es keine Leistungs- und Leistungsgewichts-Beschränkungen gibt.

Mit der Kawasaki Ninja 250R gibt es seit 2008 endlich auch eine neue sportliche Maschine auf dem Markt, die von jedem mit Klasse A ab 18 gefahren werden darf, ohne dass eine Drossel nötig wäre.

Wer etwas mehr Geld zur Verfügung hat kann zu Neumaschinen greifen, z.B. Suzuki Bandit, Honda CBF600, Yamaha Fazer oder Kawasaki ER-6n.

34 PS:

Direkteinstieg:


[Bearbeiten] Motorradkleidung

Schutzkleidung ist Pflicht beim Motorrad fahren, auch wenn der Gesetzgeber nur einen Helm vorschreibt. Stürze und Unfälle können bleibende Schäden hinterlassen, die mit Schutzkleidung viel unwahrscheinlicher werden. Willst du den Rest deines Lebens humpeln, weil dir die Maschine auf den Fuss gekippt ist? Nicht? Dann zieh geeignete Stiefel an. Magst du Narben? Oder den Geruch, wenn sich der Auspuff in die Haut brennt? Nicht? Dann zieh Lederkleidung an. Ach, dir wird schon nix passieren? Das haben viele vor dir auch schon gedacht. Nicht alle hatten Recht. Sei schlauer.

Eine vollständige Erstausstattung an Schutzkleidung bekommst du in brauchbarer Qualität für ca. 500 €, in sehr guter für ca. 1.500 €.

Motorradschutzkleidung kann im wesentlichen unter zwei Unterkategorieen getrennt werden. Zum einen Lederbekleidung und zum Anderen Textilbekleidung.

Leder hat den Vorteil sehr sicher beim rutschen über den Asphalt zu sein. Daher wird Leder auch auf der Rennstrecke genutzt. Leider schwitzt und friert man in Leder leicht.

Textil ist leichter und bietet mehr Komfort gegen Witterungsverhältnisse - im Winter wärmer, im Sommer kühler. Heutzutage ist Textilkleidung häufig an den "Sturzzonen" mit Leder besetzt. Somit hat man Schutz vor Regen und Kälte und auch beim Sturz. Dennoch ist Textilkleidung nach einem Unfall häufig beschädigt. Eine gute Lederkombi jedoch bekommt nur ein paar Abschürfungen.

Für den Einsteiger ist eine Textilkombi, sodenn er bei jedem Wetter fahren möchte, sicherlich eine gute Wahl. Textil ist auch preislich günstiger als Leder.


[Bearbeiten] Motorradkauf

Je nach Finanzlage kann man Neumaschinen beim Händler kaufen (am teuersten), Gebrauchtmaschinen beim Händler kaufen oder Gebrauchtmaschinen von Privat kaufen (am günstigsten). Händler müssen eine Gewährleistung geben, wenn sie diese nicht explizit ausschließen ("Bastlerfahrzeug").

Nach dem Kauf muss das Motorrad zur Zulassung und alle zwei Jahre zum TÜV, wo auch die AU gemacht wird. Außerdem braucht man eine Versicherung. Überprüfe, ob du die Kosten tragen kannst. Wenn die Maschine nach 3 Monaten nur noch steht ist das ärgerlicher, als ein Jahr später einzusteigen oder sich mit gemieteten und geliehenen Maschinen "über Wasser" zu halten.


[Bearbeiten] Links