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Leichtkraftrad

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Leichtkrafträder sind Motorräder mit bis zu 125 ccm Hubraum und einer Leistung von nicht mehr als 11 kW (15 PS). Sie dürfen mit Fahrerlaubnisklasse A1 gefahren werden. Deshalb sind sie bei allen beliebt, die die Fahrerlaubnisklasse A nicht oder noch nicht haben. Dies sind insbesondere Jugendliche im Alter von 16 bis 18 und Pkw-Fahrer, die ihre Pkw-Fahrerlaubnis vor dem 01.04.1980 erhalten haben.

Fahrer unter 18 Jahren müssen ihr Motorrad auf eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 80 km/h drosseln lassen. Diese Regelung wird wahrscheinlich im Zuge der europaweiten Angleichung der Fahrerlaubnisklassen in den nächsten Jahren abgeschafft.

125er über 15 PS/11 kW erfordern die Fahrerlaubnisklasse A.

Bis vor einigen Jahren waren für Leichtkrafträder nur 80 cm³ Hubraum erlaubt, daher werden sie mitunter noch fälschlich als "80er" bezeichnet. Das kann allerdings auch damit zusammen hängen, dass sie mit der üblichen Geschwindigkeitsdrosselung nur 80 km/h erreichen.

Leichtkrafträder sind nicht zu verwechseln mit den in Österreich "Leichtmotorrädern" genannten auf 34 PS (25 kW) gedrosselten Maschinen.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kosten

  • Fahrerlaubnis: ca. 800-1200 €
  • Anschaffungskosten: neu ca. 3000-5000 €, gebraucht ca. 3-5 Jahre alt ab 1200 €
  • Haftpflicht-Versicherung: für 16/17-jährige Fahrer 400-600 € jährlich, für ältere Fahrer um die 120 €
  • Kraftstoffverbrauch: 2,8 l/100 km (Honda CBR125R, Viertakter), bis 6,4 l/100 km (Aprilia RS 125, Zweitakter)
  • Schutzkleidung ab 500 € - genau so wichtig wie beim Motorrad
  • auf Leichtkrafträder wird keine Kfz-Steuer erhoben.


[Bearbeiten] Lohnt A1?

Mit 16 steht man vor der Wahl zwischen Führerschein M und A1.

Contra A1:

  • Führerschein A1 ist zunächst teurer als M.
  • 125er Fahrzeuge sind teurer als 50er.
  • Die Versicherung ist bei 125ern teuer als bei 50ern (350-450 €/Jahr) und man muss damit zum TÜV (40-60 € alle 2 Jahre).
  • Innerorts darf man wegen des Tempolimits (eigentlich) nur 5 km/h schneller mit A1 fahren.

Pro A1:

  • 125er Fahrzeuge sind robuster und wertstabiler als 50er.
  • Man darf 2 Jahre 80 km/h und 125 ccm/15 PS statt 45 km/h und 50 ccm fahren. Das ist insbesondere bei weiten Strecken, außerorts und in bergigen Regionen von Vorteil.
  • Sicherheitsgewinn durch die Fähigkeit, im Verkehr mitzuschwimmen. Mit 45 km/h wird man innerorts oft rücksichtlos überholt und abgedrängt.
  • Der Vorbesitz der Fahrerlaubnisklasse A1 verkürzt die Fahrschule zur Klasse A und verbilligt sie um ca. 500-600 €. Klasse M ist in A und B enthalten, wird dann also wertlos. A1 mit 16 und A/B mit 18 ist fast genauso so günstig wie M mit 16 und A/B mit 18
  • Führerscheine werden immer teuer. Wer später jemals Leichtkraftrad oder Motorrad fahren will, spart dadurch Geld, den Führerschein möglichst früh zu machen.
  • Man kann mit Führerschein A1 auch trotzdem im Unterhalt günstigere 50er fahren.
  • Frisierte 50er zu fahren, die schneller als 45 km/h aber unter 80 km/h laufen, ist mit Klasse M eine Straftat, mit Klasse A1 nur eine Ordnungswidrigkeit.
  • Man hat mit 16 noch die Freizeit, bequem einen Führerschein zu machen
  • Mit dem Erwerb der Klasse A1 beginnt die Probezeit (Führerschein auf Probe) zu laufen und ist ohne Vergehen nach 2 Jahren abgelaufen. Klasse M startet die Probezeit nicht.


[Bearbeiten] Höchstgeschwindigkeit

  • für unter 18-jährige auf 80 km/h gedrosselt (ab dem vollendeten 18. Lebensjahr darf die 80 km/h-Drosselung entfernt werden)
  • offen mit 11 kW (15 PS) um die 110 km/h
  • vollverkleidete Sportler mit 15 PS ca. 120 km/h
  • vollverkleidete Supersportler mit 30 PS (Führerscheinklasse A) bis zu 160 km/h


[Bearbeiten] Leistungsgewicht

Aktuell gibt es für den Führerschein A1 keine Beschränkung des Leistungsgewichts. In einem Entwurf einer neuen EU-Richtlinie wird aber ein Limit von höchstens 0,1 kW/kg erwähnt. Daraus ergäbe sich ein Mindestgewicht von 110,3 kg bei den höchstens erlaubten 11 kW (15 PS). Praktisch alle Angebote auf dem Markt erfüllen dieses Kriterium, und diese Richtlinie ist noch nicht beschlossen, geschweige denn in nationale Gesetze umgesetzt.

Beispielwerte:

  • 2008er Aprilia RS125 (mit A1-Drossel): 137 kg bei 15 PS/11 kW = 0,08 kW/kg = 9,13 kg/PS
  • 2007er Honda CBR125R: 124 kg bei 14 PS/10 kW = 0,08 kW/PS = 8,86 kg/PS
  • 2007er Honda Varadero 125: 169 kg bei 15 PS/11 kW = 0,007 kW/PS = 11,27 kg/PS


[Bearbeiten] Marktgängige Modelle

  • Aprilia RS 125: Supersportler, einer der letzten Zweitakter auf dem Markt, dadurch auch erhöhter Verschleiß und höhere Unterhaltskosten. Ältere Baujahre können offen 25 kW (34 PS) erreichen, sind aber so leicht dass sie dann selbst mit dem Führerschein A beschränkt (18 bis 20 J.) nicht gefahren werden dürfen. Sehr teuer.
  • Honda CBR125R: sehr beliebter, alltagstauglicher Viertakt-Sportler, gilt als sehr zuverlässig. Preisgünstig.
  • Honda Varadero 125: Ausgewogenes Allround-Bike im Reise-Enduro-Design mit Viertakt-V2-Motor, das auf den ersten Blick wie ein hubraumstärkeres Motorrad aussieht. Bequemere Sitzposition für größere Menschen.
  • MZ RT 125: besonders in den neuen Bundesländern beliebter Viertakt-Allrounder, modernes DOHC-Motorenlayout, volle 15 PS, Bremse mit Stahlflexleitung, preiswert
  • Yamaha YZF-R125: Viertakt-Sportler mit sportlich-radikaler Optik, erst seit 2008 auf dem Markt. Angesichts des Gegenwertes preisgünstig
  • Suzuki Address und Honda Innova: nahezu Baugleiche 125er mit Rolleroptik und geringstem Verbrauch von 1,8-2,4 l/100 km
  • diverse Motorroller