NavGear TourMate SLX-350
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Das Navgear Tourmante SLX-350 ist ein Motorrad-Navi und der Nachfolger des Tourmate MX-350. Beide wurden ausschließlich vom Elektronikversandhändler-Pearl angeboten. Beide Geräte sind preislich attraktiv, aber wenig bekannt.
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Lieferumfang
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- Navi mit wechselbarem Akku, Micro-SD-Slot, Mini-USB-Anschluss, Reset-Taste, 3,5" (QVGA; 320x240pix) Touchscreen-Display (resistiver FG-Touchsensor), wasserdicht, Bluetooth
- Aktivhalter aus Hartplastik (wirkt aber solide) mit Arretierungsschraube und Bordnetz-Adapter (über Rundstecker trennbar, endet mit 2 blanken Drähten) zur Montage auf Platte mit 4 Löchern im 40x30 mm-Raster. Auf der Rückseite befindet sich ein eingerasteter Touch- Bedienstift.
- Lenkerhalter für den Aktivhalter (von Lenker auf Platte mit 4 Löchern im 40x30 mm-Raster)
- Bluetooth Headset Stereo mit Mikrofon, USB-Ladekabel, und 230V Ladekabel
- Ladekabel für Navi (Mini-USB) für 230V Steckdose, 12V Zigarettenanzünder und ein PC-Verbindungskabel (USB)
- Autohalter für den Aktivhalter. Wer den Aktivhalter am Motorrad befestigt braucht also einen zweiten Navihalter, wenn man das Navi im PKW benutzen will.
- Papiertüte mit CD, einem Adapter SD-Karte zu MicroSD-Karte (Navi nimmt MicroSD, viele PCs haben aber nur SD-Slot), und in diesem Adapter die MicroSD-Karte für das Navi.
- Leider nur unzureichende Bedienungsanleitungen für Navi und Haedset, ebenso die Sevice-Hilfe.
Was das Navi alles nicht hat:
- Kopfhörerausgang über Klinke
- Betriebs-LED
- Sicherung in der Zuleitung des Aktivhalters (unsicher, aber sicher keine erkennbare)
- Halteschlaufe
Kaufbares Zubehör:
- Aktivhalter, z.Zt. 12,90. Hat ein Kabel dran, aber keinen Spannungswandler, endet auf Rundstecker.
- Als Spannungswandler kann man einen 12V-USB Adapter für 5.- nehmen. Den Rundstecker abschneiden, und den Spannungswandler anlöten, alles isolieren, irgendwo fixieren und abgesichert mit Bordnetz verbinden (am Zündplus). Der USB Adapter sollte aber mit 1,5A belastbar sein/ einen Strom von 1,5A an 5V liefern können. Sonst ist eine ausreichende Ladung des Akkus im Navi nicht gewährleistet.
- Der Aktivhalter kommt evtl. ohne Arretierungsschraube, das Navi hält aber trotzdem sehr solide im Halter.
Hinweise zur Bedienung
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Zur Inbetriebnahme müssen auf der Rückseite des Navis zwei Schlitz-Schrauben geöffnet werden. Dann lässt sich eine Klappe und der Akku entfernen. Dabei nicht die Dichtung herausziehen! Nun kann die MicroSD-Karte eingelegt werden, ähnlich wie die SIM-Karte bei einem Handy. Der Halter lässt sich durch Schieben entriegeln und verriegeln. Nach dem Zusammenbau ist das Navi betriebsbereit. Die CD und der Kartenadapter werden nicht direkt benötigt.
Im Betrieb:
- Im Hauptmenü des Navis "Navigation" wählen. Dann erst startet die Navigationssoftware. Einstellungen vorher betreffen nur das Gerät selbst (Display, Headset) und haben keine Auswirkungen auf das Verhalten der Software, z.B. Routenplanung.
- Der Touchscreen möchte etwas stärker gedrückt werden als man es von Handies usw. gewohnt ist.
- Von der Kartenansicht kommt man durch Tippen entlang der Bildschirmkanten in die verschiedenen Menüs, oder durch Streichen in die jeweilige Richtung.
- Leider sieht es so aus, daß die Software für Displays mit VGA Auflösung optimiert wurde. Das verbaute Display hat aber nur eine 1/4VGA (QVGA) Auflösung. Durch Skalierung entstehen Anzeigeartefakte. Dies ist der Grund warum gerade kleine Schriftarten sehr schlecht ablesbar sind.
Das mitgelieferte Headset
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Headset mit Navi koppeln:
- Das Headset über die flache Taste (nicht die Taste mit blauen Höhrer) anschalten. Die rote LED Leuchtet und ein Signalton ertönt, dann blinkt die blaue LED
- Diese Taste gedrückt halten und so lange drücken bis die rote und blaue LED blinken.
- Wenn die Taste nach dem Anschalten losgelassen wird, blinkt nur die blaue LED. Wenn jetzt die Taste noch mal gedrückt wird schaltet das Gerät wieder ab.
- Im Navi-Hauptmenü (außerhalb der Navigationssoftware) unter "Settings" -> "Bluetooth" -> "Einstellungen" -> "Gerät Suchen" auswählen. Bei eingeschaltetem Haedset sollte eine Anzeige wie "t-com" erscheinen.
- Dort das Headset auswählen: Anzeige drücken -> Untergrund wird blau.
- Koppeln: EXAKT auf weißen Kopfhörer im blauen Feld drücken!
- Es erfolgt ein Signalton zur Bestätigung und die Ausgabe erfolgt über das Headset
Headset mit Navi und Handy koppeln:
- Erst das Bluetooth Headset mit dem Mobiltelefon pairen, also eine automatische Verbindung gestatten, dann ausschalten.
- Wieder einschalten und nun mit dem Navi verbinden.
- Sobald es verbunden ist, kann man im Bluetooth Menü vom Handy eine Verbindung zum Headset herstellen; Diese überträgt dann aber nur noch Gespräche, keine Musik mehr, es sind aber beide Geräte am Headset gekoppelt.
- Das Handy hat dann Vorrang vor dem Navi. Man kann also keine Handy-Musik hören, die von Navi-Ansagen unterbrochen wird. Stattdessen hat man Navi-Ansagen, die vom Telefonieren unterbrochen werden können.
Andere Headsets
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- Koppeln siehe oben; ggfs. sind 2 Versuche nötige, da das Navi sich nach dem Pairing sofort verbinden will, während einige Headsets hier eine Pause erwarten, so dass das Pairing gelingt, aber der erste Verbindungsversuch abbricht.
- Das SLX nutzt das A2DP Profil zur Übertragung von Audio als Dauerverbindung, auch wenn gerade keine Ansage anliegt. Bei Headsets mit Intercomfunktion kann dies dazu führen, dass das Intercom permanent stumm geschaltet ist. Die Dauerverbindung sorgt auch für zusätzlichen Stromverbrauch am Headset.
Software des SLX-350
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Es läuft iGo Primo mit einer speziellen Skin. Diese wird vom Hauptmenü gestartet und befindet sich im Ordner \mobilenavigator. Optionen sind:
- Autobahn ja/nein
- Mautstraßen (Vignette) ja/nein
- Mauttraßen (einmalig) ja/nein
- Fähren ja/nein
- Ansage von Geschwindkeitsübertretungen
- Ab wann wird Tempolimit angesagt (bis zu 150%)
- Wird für Warnhinweise ein akustisches Signal ausgegeben
- Ansagen "wortreich", "mittel" oder "wortarm", 6 Stimmen zur Auswahl
Routenplanung am PC
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Wird offiziell nicht unterstützt, aber .KML Dateien werden erkannt wenn sie im Ordner E:\mobilenavigator\content\userdata\route ablegt (E:\ stehte für die microSD-Karte). Dazu kann man z.B. so vorgehen:
- Navi per USB-Kabel mit PC verbinden und einschalten
- Route planen auf http://www.motoplaner.de,
- In Motoplaner ersten und letzten Punkt der Route anwählen und einen sinnvollen Namen geben.
- GPS-Export "Navgear" wählen, als Route, speichern unter, SD-Karte suchen, Pfad mobilenavigator\content\userdata\route, dort Datei speichern
- 10 Sekunden warten, USB-Kabel abziehen (oder "sicher entfernen")
- Im Navi Route laden, ggfs. Navi neu starten wenn sie nicht angezeigt wird.
GPX-Dateien
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Inzwischen geht auch der Import von GPX-Dateien, erstellt mit http://www.motoplaner.de.
Dazu am PC die Route mit diversen Punkten planen. Bei den Exporteinstellungen darauf achten, dass "GPX" und "Track" eingestellt ist. Dann noch eine möglichst große Anzahl von Punkten (statt der selbst durch div. Klicks gesetzten Menge) angeben. Nach dem Download die Datei im Navi unter E:\mobilenavigator\content\userdata\track ablegen (E:\ stehte für die microSD-Karte). Die Datei ist dann unter "Fahrtenübersicht" zu finden.
Routenaufzeichnung
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- Vor Beginn der Fahrt die Routenaufzeichnung aktivieren, danach wieder deaktivieren.
- Der gefahrene Weg wird aufgezeichnet unter \mobilenavigator\save\profiles\01\tracks, z.B. als track001.trk. Dieses Format ist aber unbekannt, daher sind weitere Schritte nötig.
- Im Navi über das Menü Route > Fahrtenübersicht > Alle exportieren die Routen exportieren.
- Im Verzeichnis \tracks oberhalb von \mobilenavigator findet sich jetzt eine GPX-Datei, die mit vielen Programmen geöffnet werden kann.
Vorsicht: Der gefahrene Weg wird sehr detailliert gespeichert und ist so nicht direkt dafür geeignet, von anderen Navis als nachzufahrende Route geladen zu werden. Zu erst muss die Anzahl der Punkte reduziert werden, z.B. mit der Freeware RouteConverter.
Neuerungen gegenüber Vorgängerversion MX-350
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Die Navi-Hardware hat gegenüber dem MX350 wesentliche Vorteile:
- offenes Bluetooth, also auch mit anderen Geräten als dem beiliegendem Headset koppelbar
- Lautsprecher eingebaut
- Blendschutz am Halter, nicht am Gerät. Dadurch passt das Gerät in jede Jackentasche.
- Akku wechselbar
- Die Speicherkarte ist jetzt hinter einem verschraubten Metallteil, das mit einer Gummidichtung gesichert ist und auch noch hinter der Halterung liegt. Wassereinbruch am SD-Slot war zwar nie ein Thema, wird jetzt aber auch garantiert keines.
- Der Power-Knopf lässt sich jetzt besser bedienen, er ist wesentlich größer und liefert mehr haptisches Feedback.
Die Headset-Hardware hat gegenüber dem MX350 wesentliche Vorteile:
- Kopfhörer Stereo statt Mono
- Mikrofon jetzt vorhanden, z.B. bei Koppelung an Handy
- Die Elektronik-Einheit des Headsets lässt sich vom Helm abnehmen, ohne dass das Headset demontiert werden muss. So kann man es bequemer laden, d.h., der Helm muss nicht in der Nähe einer Steckdose/eines PC bleiben
- der Ladestecker ist irgendeine sehr kleine USB-Variante, aber ein USB-Adapter und ein 230V-USB-Stecker liegt bei
- Die Knöpfe sind einem Drehknopf (vorwärts, rückwärts, drücken) gewichen, was Verwechslungen ausschließt
- offenes Bluetooth, also auch mit anderen Geräten als dem SLX koppelbar
Die Software hat gegenüber dem MX350 zwei wesentliche Vorteile und ein paar kleine:
- Wegpunkte lassen sich aus der Route einzeln löschen (allerdings mit 7 bis 8 Klicks), und man kann auch die Reihenfolge ändern. Das war der größte Nachteil am MX350 und ein KO-Kriterium.
- Es lassen sich am Gerät Routen mit vielen Zwischenzielen/Wegpunkten planen.
- Die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung lässt sich jetzt innerhalb der Navigationssoftware einstellen.
- Die Ausführlichkeit der Ansagen lässt sich in 3 Stufen einstellen.
Alternative Software für Windows CE läuft 1:1 wie im alten MX-350, z.B. iGo.
Vergleich SLX-350 gegenüber restlichem Markt
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Wie schlägt sich das SLX350 verglichen mit anderen Motorrad-Navis? Es ist mit 159 bis 199 Euro je nach Kartenmaterial wesentlich billiger als alle anderen am Markt. Nachteile:
- TomTom Urban Rider kann automatisch kurvige Strecken planen, vielleicht nicht immer perfekt, aber immer besser als die "schnellste" oder "kürzeste" Route auf anderen Geräten.
- Garmin-Geräte haben eine eigene Planungssoftware am PC, auf denen man - ordentliche Einarbeitung vorausgesetzt - haarklein planen kann, wo man später entlang fährt. Wo andere 20, 30, 50 Wegpunkte verwenden, nutzen Garminuser 5000. An den Geräten lässt sich sehr viel einstellen, z.B. keine Neuberechnung beim Verlassen der Route.
- Bluetooth: Garmin und TomTom nutzen das HSP Profil für Ansagen an ein Bluetooth-Headset und bauen nur dann eine Verbindung auf, wenn Ansagen vorliegen. Beim SLX wird einer Dauerverbindung mit dem A2DP Profil aufgebaut, die zwischen den Ansangen Stille überträgt. Dadurch blockiert das SLX die Intercom-Funktion einiger Headsets von Drittanbietern. Das SLX lässt sich aber wie oben beschrieben trotzdem mit 2 Geräten koppeln.
Softwareänderungen am SLX-350
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Auf dem SLX läuft iGo Primo mit einer spezifischen Skin. Die EXE-Datei des Naviprogramms prüft, ob es auf der Originalen MicroSD-Karte installiert ist (Kopierschutz). Wer eine Sicherungskopie verwenden will, kann diese EXE-Datei gegen ein ungeschütze Version austauschen. Die Datei data.zip enthält den Skin des SLX-350, diese kann durch die ursprüngliche iGo Primo-Version ersetzt werden.
Man kann auch andere Navigationsprogramme auf dem SLX verwenden, z.B. Navigon (plant selbstständig schöne Wege) und iGo 8.3 statt iGo Primo (ideal zum Abfahren geplanter Routen). Leider werden diese Programme z.Zt. nicht einzeln zum Kauf angeboten.