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Sarolea 31 R 1931.jpg

31 R

Sarolea 31R 1931 500cc rechts.jpg

31 R

Sarolea 31R 1931 500cc links.jpg

31 R

Christophe Christopherusplakette.jpg

Die Sarolea 31 R ist in der Folge der 30 R gebaut, sie ist im Grunde die gleiche Maschine wie die 31 S, nur dass diese über einige Änderungen verfügt, die sie zur Rennmaschine macht. Das R steht für "Racing", also Renner. 1931 kommt bei Sarolea eine neue Motorengeneration zum Einsatz. Der Zylinder, der bis dato senkrecht stand, wird nun nach vorne geneigt und der Ölbehälter, der zuvor im Tank oder unter dem Sitz untergebracht war, ist nun ins Motorengehäuse integriert. Diese Bauweise mit dem schrägen Zylinder wird später "Sloper"genannt.

Diese Bilder stammen von einer, in der letzten Zeit, etwas ungeliebten Maschine. Höchstwahrscheinlich ist sie nach 1945 nicht mehr gelaufen. Bis Weilen macht sie den Eindruck, als ob sie sich jemand wieder fertig machem wollte , dann aber nicht mehr dazu kam. Auf den ersten Blick ist sie nicht ganz vollständig, aber weitgehend orginalen. Bei genauerem Hinsehen fällt allerdings auf, dass die Vorderradgabel von einer anderen Sarolea stammt, z.B. von einer 34 B oder S, der Vergaser getauscht wurde und dass eine Rennmaschine eigentlich ohne elektrische Ausrüstung sein müsste.

Die bisher bekannte Geschichte dieser Sarolea ist schnell beschrieben. In der Familie desjenigen, der sie mir verkauft hat, existiert ein Foto. Dieses Foto stammt aus dem Jahre 1935 und zeigt den Herren Valentin Hefter mit eben dieser Maschine. Er ist der einzige bekannte Halter, er hatte sie in der Gegend von Aschaffenburg zugelassen. Die Sarolea blieb bis zu dessen Tod in seinem Besitz und darüber hinaus im Besitz seiner Erben. Als ich sie nun bekam, waren die Ventile ausgebaut und der Tank nur lose aufgelegt. Daraus lässt sich schließen, dass sie wegen eines Motorschadens oder sonstieger Schraubereien abgestellt wurde. Die ausgetauschte Vorderradgabel und eine reparierte Halterung - Halterung der Primärtriebabdeckung - lassen auf heftigen Gebrauch, inklusive wenigstens eines Unfalls schließen. Selbst die getauschte Gabel weist Spuren eines Unfalls auf.

Eine auf dem Werkzeugkasten angebrachte Christopherusplakette weist noch auf einen Halter in Frankreich hin. Vor 1945 mußten in Frankreich alle Motorräder eine Plakette mit dem Namen und dem Wohnort des Besitzers haben. Diese Christopherusplaketten wurden eigens zu diesem Zweck hergestellt. Auf dieser ist der Namen "Gustave Mengés" eingeschlagen. Als Ort ist "CHATEAUNEUF" angegeben, danach folgen noch 4 Buchstaben "CH" und "TE", in verschieden großer Schrift. Liest man das als "CHTE", dann ist der Ort "CHATEAUNEUF-SUR-CHARENTE" in Südfrankreich - DEPARTEMENT CHARENTE - gemeint.

Das Gewicht gibt Sarolea mit 144kg und die Höchstgeschwindigkeit mit 135 km/h an.

Die Maschienennummern für die "R" sind:

  • 1931 startet mit 250500 und endet mit 250699
  • 1932 ...250700 / 250769
  • 1933 ...250770 / 250824
  • 1934 ...250825 / xxxxx
  • 1935 und 1936 scheind es die "R"nicht gegeben zu haben
  • 1937 bis 1940 scheind es sie gegeben zu haben, sie tritt aber kaum in Erscheinung.

AntriebBearbeiten

Sarolea 31R 1931 500cc Antrieb rechts.jpg

31 R

Sarolea 31R 1931 500cc Motor links.jpg

31 R

Bei dem Antrieb dieses Motorrades sind Motor und Getriebe von einander getrennt gebaute Einheiten, sie werden durch den Primärantrieb verbunden. Die Bauweise kann als typisch englisch bezeichnet werden.

Für die Übersetzungsverhältnisse gibt Sarolea in einem Informationsblatt von 1931 zwei Datenreihen an:

  • Soloübersetzung
Erster Gang 13,63
Zweiter Gang 6,9
Dritter Gang 4,63
  • Spezialübersetzung
Erster Gang 8,8
Zweiter Gang 5,9
Dritter Gang 4,63

Die Spezialübersetzung macht die Maschine am Start etwas schneller, an der Endgeschwindigkeit ändert sie im Grunde nichts. Dies geht natürlich nur auf Kosten der Kraft, was aber wohl zu vernachlässigen ist, denn die Rennmaschinen gehen ja wesentlich leichter an den Start als alltagstaugliche Motorräder, die noch allerhand Ballast mit sich schleppen. Hier zeigt sich ein wenig der Doppelcharakter der 31 R zum einen Rennmaschine, andererseits doch auch Straßenmaschine. Für die 31 S gibt es dieselben Übersetzungen.

Laut Katalog Nr.30 standen verschiedene Ritzel zur Verfügung:

Kurbelwellenritzel

  • 657/C.5398 14 Zähne
  • 658/ ------- 15 Zähne
  • 659/D.5398 16 Zähne
  • 660/E.5398 17 Zähne
  • 661/F.5398 18 Zähne
  • 662/G.5398 19 Zähne

Ritzel auf der Kupplung

  • 750/4935.37 34 Zähne

Ritzel auf dem Getriebeausgang

  • 741/5366E 19 Zähne
  • 742/5366B 16 Zähne

Kettenblatt

  • 545/4908B

Die Übersetzungsverhältnisse ließen sich also in gewissen Grenzen verändern. Durch den Austausch von Ritzeln alleine konnten die Unterschiede der beiden Datenreihen jedoch nicht erreicht werden. Dies geschah durch einen unterschiedlichen Zahnradsatz im Getriebe. Für das Kettenblatt gibt Sarolea keine Zähnezahl an, zählt man auf dem Bild im Katalog nach, so kommt man auf 42 Zähne. Rechnerisch ergeben sich die besten Werte im Zusammenspiel von einem 44er Blatt mit einem 19er Ritzel auf dem Getriebeausgang, einem 34er Ritzel auf dem Getriebeeingang (Kupplung) und einem 17er Ritzel auf der Kurbelwelle. Die Reihen sehen dann so aus:

  • Soloübersetzung
Erster Gang 13,5914787
Zweiter Gang 5,596491228
Dritter Gang 4,631578947
  • Spezialübersetzung
Erster Gang 8,832557584
Zweiter Gang 5,903990746
Dritter Gang 4,631578947

Woher die deutliche Differenz bei der Soloübersetzung im zweiten Gang rührt ist mir unklar, vielleicht hat es hier einen Rechen- oder Übertragungsfehler gegeben.

Der Ritzelsatz wie er vorgefunden worden ist:

  • Kurbelwellenritzel 17 Zähne
  • Ritzel auf der Kupplung 34 Zähne
  • Ritzel auf dem Getriebeausgang 19 Zähne
  • Kettenblatt 43 Zähne

Gegen Aufpreis stand ein Vierganggetriebe zur Verfügung.

MotorBearbeiten

Sarolea 31R Motor rechts.jpg

Motor rechts

Sarolea 31R Motor links.jpg

Motor links

  • Arbeitsweise: Viertakt
  • Anzahl der Zylinder: 1
  • Bohrung: 80,5 mm
  • Hub: 97 mm
  • Hubraum: 500 ccm
  • Ventiltrieb: OHV
  • Leistung: xx PS/xx kW bei xxxx/min
  • Verdichtung: xxx:1


ZylinderkopfBearbeiten

VentileBearbeiten

Ein- und Auslassventile sind gleich.

  • Schaftdurchmesser 11mm
  • Tellerdurchmesser 45mm
  • Länge über alles 105mm

VentilfedernBearbeiten

Jedes Ventil wird durch zwei ineinander geschobene Federn gehalten. Die innere Feder hat die Teilenummer 5807 und die äußere die Teilenummer 5808.

Äußere Feder -25 /5808 -


Innere Feder - 24 / 5807












KipphebelBearbeiten

Sarolea 31R Kipphebelkasten.jpg

Kipphebelkasten

Sarolea 31 R Kipphebellagerung.jpg

Kipphebellagerung

Sarolea 31R Ölleitung am Klappenkasten.jpg

Kipphebelkasten

Der Kipphebelkasten ist der gleiche Kasten wie der der 24 U und 24 S, nur dass dieser, wie auch der der 30 R, an die Druckumlaufschmierung angeschlossen ist. Es hat zwei Anschlussmöglichkeiten für diesen Kasten gegeben, beim Vorgängermodell - 30 R - ist die Anschlußleitung von hinten, zwischen den Ventielen angesetzt. Bei der 31 R ist die Ölleitung seitlich mit dem Kasten verschraubt. Die Zuleitung setzt unterhalb des Einlasskipphebels an, das Öl läuft durch die Stoßstangenrohre zurück. Durch die schräge Stellung des Motors dürfte sich unterhalb des Auslasskipphebels immer genügend Öl befinden um eine Schmierung der Lager sicher zu stellen. Aber auch Dreck und vor allem Metallspähne sammeln sich hier ganz gerne.

Der Kipphehelkasten der 31 R hat eine weitere Leitung, mittelsb derer Öl zur Ventielführung des Einlassventiels geleitet wird. Dies geschied über eine der Kontacktfäche zum Zylinderkopf.

Die Kipphebel sind auf zwei Walzenlagern gelagert. Die Art der Lagerung und deren Abdichtung weisen im Grunde immer noch auf die Fettschmierung per Hand hin und nicht auf die Druckölschmierung.

Die beiden hellen Punkte auf dem Deckel sind normaler Weise nicht sichtbar. Sie sind auf Grund der Oxidation des Materials in Erscheinung getreten. An diesen Stellen ist bei der Herstellung ein anderes Aluminium verwendet worden. Dieses steht im Zusammenhang mit den Deckeln der Vorgänngermodellen - 24 U und 24 S - diese haben an den Stellen Schmiernippel mit denen die Kipphebel von Hand geschmiert werden. Nicht orginal sind die beiden Rundkopfschrauben im Deckel, eine Funktion ist ersteinmal nicht zu erkennen.

DekompressionBearbeiten

Sarolea 31 R Dekompresion.jpg

Die Dekompression wird mittels Hebel und Seilzug betätigt. Der Zug ist am Motorengehäuse - rechte Seite / grüner Pfeil - angesetzt und wirkt auf den Schlepphebel auf der Auslassnocke.


ÖlfilterBearbeiten

Das Ölfilter besteht im Grunde nur aus einem Drahtgitter, daß zu einem Röhrchen aufgerollt ist. Es ist am Grund des Ölbehälters untergebracht und von Aussen zugänglich.

VergaserBearbeiten

Framo Vergaser.jpg

Framo Vergaser

Sarolea gibt für die 31 R den Vergaser mit "AMAL 29/001" und "2 Schwimmerkammern" an. In dieser hier ist ein Vergaser der Firma "FRAMO", "Metallwerke Frankenberg/Sa", "B&B Lizens" eingebaut. Er trägt als Bezeichnung die Nummer "233" und ein "U". Der Durchmesser des Lufteintritts ist 25,5mm und der Durchmesser des Gasschiebers ist 28,5mm. Der Anschluss an den Zylinder hat einen Durchmesser von 32mm und der Vergaser verfügt nur über eine Schwimmerkammer.








AuspuffanlageBearbeiten

Megaphon Auspuff.jpg

Als Auspuff ist dieses eine Megaphon montiert, es sind wohl mal zwei gewesen. Auf der anderen Seite ist die gleich Halterung noch am Rahmen und im Zylinderkopf sind zwei Auslässe. Die doppelten Auspuffanlagen an Einzylindermotoren, die es bei Sarolea seit ende der 20er Jahre gibt verschwinden Anfang bis Mitte der 30er wieder. Man hatte wohl erkannt das es zwar einen Verkaufsvorteil hat, technich aber unsinnig und das das zusätzliche Gewicht dann doch von Nachteil ist. Der Begriff "MONOTUBE", der mit den späteren Rennmaschinen in Verbindung steht, dokumentiert diese Abkehr. Das Megaphon selbst stammt nicht von Sarolea passt aber als typisches Zubehörteil durchaus zu diesem Motorrad. Sarolea bot einen großvolumigen Schalldämpfer aus gepresstem Stahlblech oder alternativ ein kleines flötenartige Endstück, das im Grunde nur ein zusammengedrücktes Stück Rohr ist, in das Löcher gebohrt wurden. Die "baffles" von denen weiter unten die Rede ist sind ein weiteren Zubehörteil das bei Rennmaschinen verwendet wurde.





Sarolea 31R Getriebeverstellung .jpg
Sarolea 31R Getriebe.jpg

PrimärantriebBearbeiten

Zum Primärantrieb gehört das Ritzel auf der Kurbelwelle, das Kettenrad auf der Kupplung und die dazu gehörende Kette. Für das Kettenrad gibt es nur eine Größe (34 Zähne), für das Ritzel gibt es 6 verschiedene Größen - Ritzel mit 13, 14, 15, 16, 17, 18 und 19 Zähnen. Um die Kette des Primärantriebes spannen zu können, ist das Getriebe in Langlöchern gehalten. Nach dem Lösen der entsprechenden Muttern kann durch drehen der Verstellmutter des Verstellmechanismusses das Getriebe nach hinten geschoben und somit der Primärantrieb gespannt werden.

Der Verstellmechanismus ist einerseits im Getriebegehäuse verschraubt und andererseits drehbar im Knotenblech des Rahmens gehalten. Er besteht aus drei Teilen:

  • 717 / 6363 / Gewindestück / metrisches Gewinde M10 x 1,5 Länge 61mm
  • 719 / 1079 / Kontermutter / metrisches Gewinde M10 x 1,5 SW17
  • 718 / 6362 / Verstellmutter / metrisches Gewinde M10 x 1,5 SW17

KupplungBearbeiten

GetriebeBearbeiten

Es handelt sich hier um ein Zweiwellendreiganggetriebe mit integriertem Kickstarter. In diesem Getriebe ist der Zahnradsatz für die Spezialübersetzung montiert, mit diesem Satz sind die Übersetzungsverhältnisse des Getriebes:

  • Erster Gang 1 : 0,524375743
  • Zweiter Gang 1 : 0,784482759
  • Dritter Gang 1 : 1

Es ist das selbe Getriebe wie das der 32A (34 A). Einen Einblick in ein solches Getriebe erhält man hier .

Eine Liste der Einzelteile des Getribes befindet sich hier



SekundärtriebBearbeiten

Sarolea 31 R Sekundärtrieb Ruckdämpfer.jpg

Der Sekundärtrieb besteht im Wesentlichen aus dem Antriebsritzel auf dem Getriebeausgang, der Kette zur Kraftübertragung und dem Kettenblatt. Er ist oberhalb mit einem Kettenschutz abgedeckt und läuft ansonsten offen. Da die Ketten und die Abdeckungen von Sekundär- und Primärtrieb fehlen, sieht man auf dem Bild vom Sekundärtrieb nur die beiden Zahnräder. Das Antriebsritzel hat 19, das Kettenblatt 43 Zähne, der Sekundärtrieb hat somit ein Übersetzungsverhältnis von 2,263:1 oder anders 1:0,442. Das heist 2,263 Umdrehungen am Getriebeausgang ergeben 1 Umdrehung am Hinterrad - oder eben 1 Umdrehung am Getribe ergeben 0,442 Umdrehungen hinten -. Der Ruck- oder Anfahrdämpfer ist im Sekundärtrieb, genauer im Kettenblatt des Sekundärtriebs untergebracht. Die Dämpfung erfolgt über Gummiblöcke, die in radial im Kettenblatt angeordneten Langlöchern sitzen. Ebenfalls in diesen Langlöchern sitzen Gleitsteine, die den Kraftschluss über vier Bolzen und die beiden Scheiben, die links und rechts vom Kettenblatt angeordnet sind, zum Hinterrad herstellt.

FahrwerkBearbeiten

RahmenBearbeiten

Sarolea 31 R Baugruppe Rahmen I.jpg

Baugruppe Rahmen

Der Rahmen der 31 R besteht aus Rohrstücken, die in gegossenen Formteilen - Stahlguß - verlötet wurden. Die Rahmen von 31 R, und 31 S - ab 1932 auch der der 32 T - sind baugleich. Die Rahmen haben keine eigene Ersatzteilnummer, die einzelnen Teile des Rahmens haben eine, die aber im Ersatzteilkatalog nicht aufgeführt sind.

Der Rahmen ist vorne offen, denn noch übernimt der Motor keine Kräfte aus dem Rahmen. Die Motorhalteplatten schliesen den Rahmen dort ab.

VorderradgabelBearbeiten

Sarolea Vorderradgabel 1931 - 1933.jpg

Vorderradgabel 1931 - 1933

Die orginale Vorderradgabel ist, abgesehen von der Lenkkopfplatte und der Feder , nicht mehr vorhanden. Das nebenstehende Bild - aufgenommen auf der Sarolea-Ausstellung in Belgien 2009 - zeigt das Gute Stück, eingebaut in eine 35 S wo sie eigendlich auch nicht hin gehört.

Gegen über der Gabel des Vorgängers, der 30 R hat diese zwei von Hand einstellbare Reibungsdämmpfer, die Dämmpfer am Lenkkopf sind also weggefallen. Die Gabel wurde so nur kurze Zeit (1931 - 1933) gebaut. Bereits 1931 erhält die 31 B und ein jahr später auch die 32 A eine veränderte Form dieser Gabel welche ab 1934 auch für die 500er und später 600er Modelle verwendet wird. Es ist die Gabel die auch in dieser 31 R momentan eingebaut ist.

Der Zwickelpunkt all dieser ansonsten robusten Gabeln ist die Lagerung der Schwinghebel des Paralelogrammes. Sarolea hat bei dieser Gabel die Lagerbolzen mittels eines Gewindes fest mit einem der beiden Schwinghebel verbunden. Auf diese Weise wird die Lagerung in das innere der Gabel und so mit auf eine relativ große Fläche verlegt. Die Wirksamkeit ist indes begrenzt, die Randbereiche der Lagerung werden - des bescheidenen Querschnittes des Bolzens wegen (14mm) - stärker belastet als die Mitte und verschleisen entsprechend schneller.

Die Gabel dieser 31 R ist ein mal etwas unsachgemäs repariert worden. Der verbogene Lenkkopf wurde nicht getauscht, so das sich der Lagerbolzen in ihm nicht drehen konnte. Der Schwinghebel mit Gewinde wurde gegen einen ohne Gewinde ersetzt, so das die Lagerung nun in ihm anstatt im Gabelkopf lag. Ohne Schmierung und mit zu kleiner Lagerfläche konnte das nicht lange gut gehen, die entsprechenden Teile sind also, so wie sie sind, unbrauchbar.

LenkungsdämpferBearbeiten

Sarolea Lenkungsdämpfer.jpg

Der Lenkungsdämpfer - oder auch Flatterbremse genannt - ist ein in den Gabelkopf eingebauter Reibungsdämpfer. Er wird von oberhalb des Gabelkopfes mittels eines Knaufes betätigt und wirkt von unten gegen diesen. Der Reibungsdämpfer besteht im wesentlichen aus zwei Reibscheiben, einer zwischen diese gelegte Druckscheibe, welche sich mit dem Rahmen verschränkt, und einer weiteren Druckscheibe, mit welcher das ganze Paket gegen den Gabelkopf gepresst wird. Die eigentliche Dämpfung wird durch die Reibung zwischen den Druckplatten und den Reibscheiben erzeugt.

Eine Liste der Einzelteile des Lenkungsdämpfers befindet sich hier.

RäderBearbeiten

Radnarbe hinten.jpg

Die 31 R konnte wahlweise mit 19 Zoll oder 21 Zoll Rädern gefahren werden. Die 21 Zoll Felge war etwas schmaler, so das diese wohl oftmals als Vorderrad verwendet wurde.

ReifenBearbeiten

  • vorne: 26 - 3.25 (19 - 3.25) oder 28 - 2.75 / 3.00 (21 - 2.75 / 3.00)
  • hinten: 26 - 3.50 (19 - 3.50) oder 28 - 3.00 / 3.25 (21 - 3.00 / 3.25)

FelgenBearbeiten

  • lackierte Stahlfelgen 19x3 Zoll oder 21x2,5 Zoll

NarbenBearbeiten

  • Halbnarben aus gegossenem Stahl (Stahlguß)

SpeichenBearbeiten

  • 40 Speichen, 3,5mm Durchmesser mit M4x0,7 Gewinde; Nippel 7mm Durchmesser mit SW 5,5
  • hinten 20 kürzere, etwa 170mm lang und 20 längere mit etwa 215mm ( 19 Zoll Felge!)

BremsenBearbeiten

  • vorne/hinten: rechtsseitige Trommelbremsen, 180 mm x 25 mm

Im Unterschied zu den anderen Modellen aus dieser Zeit haben die Trommeln der R Kühlrippen, wenn man die denn so bezeichnen möchte. Sie sind wie die Narben aus Stahlguß und mit diesen vernietet. Die Bremsankerplatten sind aus 3mm Stahlblech gepresst bzw. gestanzt. Zur Aufnahme des Bremsknebels und des Wiederlagers für die Bremsbacken sind zwei Hülsen auf die Bremsankerplatte aufgelötet. Für die Schmierung des Bremsknebels in seiner Hülse sind zwei Löcher in eine umlaufende Nut gebohrt. Durch das obere Loch kann Öl eingefüllt werden, überschüssiges läuft durch das untere wieder raus. Abgedeckt werden diese Löcher mit einem kleinen Metallklipp.

AufbauBearbeiten

Sarolea 31 R Lenker.jpg

Der montierte Lenker mit den festen Griffarmaturen stammt nicht von Sarolea. Er hat einen Durchmesser von 22mm, Sarolea verwendet in den 30ern Lenker mit 25mm Durchmesser. In die Aufnahmen wurden Blechstreifen eingelegt. Die im Lenker geführten Züge verwendete Sarolea bei diesem Modell nicht für die Gasbetätigung. Dafür gabt es eine Gasthrottle, einen Gasdrehgriff gabt es nur gegen Aufpreis.

Bezüglich der verwendeten Griffarmaturen findet man im Ersatzteilkatalog die volgendes Angaben. Für die Vorderradbremse ist dort ein Innenzughebel - rechtsseitig - für die Dekompresion ein weiterer Innenzughebel - linksseitig - und für die Kupplung ein zusätzlicher Aussenzughebel - linksseitig - angegeben. Gas und Choce werden über einen kleinen Doppelhebel (Trottel) betätigt und für die Zündverstellung ist eine weitere Trottel vorhanden.


Der montierte Lenker hatte immer hin 7 Möglichkeiten für Züge - 3 links und 4 rechts, einen davon als Gasdrehgriff - dies kommt der orginalen Situation also durch aus nahe.

Elektrische AusrüstungBearbeiten

Sarolea 31R Batteriehalter u Träger.jpg

31 R Adapter u Batteriehalter

Sarolea Nummernschild.jpg
Sarolea Lapenhalter.jpg

Nach den Unterlagen von Sarolea ist nur ein Zündmagnet zu erwarten - wahrscheinlich der Bosch FF1A -. Die 31 R konnte aber genauso wie alle anderen Maschinen mit einer elektrischen Beleuchtungsanlage ausgerüstet werden. Hierzu wurde der Zündmagnet gegen eine Kombination von Zünder und Lichtmaschine getauscht. Anstatt des linken Werkzeugkastens wurde ein Adapter (ET.NR.: 6209 ), an den der eigentlichen Batteriehalter genietet wurde, montiert. Der Batteriehalter selber ist nicht von Sarolea hergestellt worden, er wurde wohl von dem Hersteller der elecktrischen Anlage geliefert - in diesem Fall von Bosch -. Wo die notwendige Regelung untergebracht war, ist mir der Zeit unklar. Um das Frontlicht zu montieren verfügt die Vorderradgabel über 2 x 2 Ösen, an die ein entsprechender Halter geschraubt werden konnte. Das Rücklicht befand sich üblicherweise auf dem Nummernschildhalter. Die Ausrüstungen stammen von "Bosch" oder "Lucas", beide mit 30 Watt Leistung. Sie kosteten im Falle von "Bosch" 1300,- belgische Franc, im Falle von Lucas 1150,-. Von "Bosch" gab es zusätzlich und für weitere 170,- Franc eine elektrische Hupe. Nebenbei bemerkt, die 31 R kostete 8950,- Franc.

In dieser Maschine ist eine Zünd-Lima von Lucas eingebaut, ob diese dort bereits 1931 eingebaut wurde ist fraglich. Die Daten des Zündmagneten sind:

  • Model: MO1`L oder MO11L
  • Type : AG14 - 949
  • Nummer: 46029A

Die Daten der Lichtmaschine sind:

  • Model/Type: E3LM - LO
  • Nummer: 20013A
  • 6V >>---> 949

Das Rücklicht passt auch nicht ganz in die Zeit, es verfügt bereits über ein separates Bremslicht. Und das Frontlicht gehört wohl eher zu einem LKW oder PKW,es ist allerdings an der richtigen Stelle an der Gabel angeschraubt. Weitere elektrische Teile sind nicht vorhanden.

EinzelteillistenBearbeiten

Ersatzteilliste_31R

BilderBearbeiten

Bilder aus dem NetzBearbeiten

Hier haben wir eine Reihe Bilder von einer englischen Seite , auf denen eine 31 R in gutem unverbasteltem Zustand zu sehen ist. Auch diese 31 R hat eine Christopherusplakette, aller Dings ohne eingeprägten Namen oder Ort. [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7]

Ein interessantes Detail ist das was dort mit "exhaust baffles" bezeichnet wird - drittes Bild - .Kein "Auspuff" im eigendlichen Sinn, sondern nur eine Klappe die den Querschnitt der Abgasleitung vermindert. Zu öffnen über einen Hebel am Lenker, wenn die volle Leistung des Motors gebraucht wird.

Sarolea buffles.JPG



Und hier das gleiche Detail an einer 500er Sarolea von 1924.

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